Glossar
Uhrenlexikon
Unser praktisches Uhrenlexikon hilft Ihnen dabei, sich mühelos in der Welt der Uhrmacherbegriffe zurechtzufinden.
A
Anzeigeöffnung
Eine kleine Öffnung im Zifferblatt einer Uhr, die Informationen wie den Wochentag oder das Datum anzeigt.
Automatik
Eine mechanische Automatikuhr wird nicht von Hand aufgezogen, sondern gewinnt ihre Energie durch die Bewegungen des Arms ihres Trägers. Automatikuhren verfügen normalerweise über eine Gangreserve von mindestens 36 Stunden. Wird die Uhr während dieser Zeit nicht getragen, kann sich die Gangreserve erschöpfen und die Uhr muss durch Bewegung erneut aufgezogen werden.
B
Federhaus
Ein zylindrisches Gehäuse, in dem sich die Zugfeder einer Uhr befindet. Der gezahnte Rand des Federhauses treibt das Räderwerk der Uhr an.
Lünette
Der Ring, der das Zifferblatt umgibt. Er kann mit Diamanten besetzt oder mit Zahlen und anderen Markierungen versehen sein.
Beidseitig drehbare Lünette
Eine Lünette, die sowohl im als auch gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden kann und zur Berechnung von Werten wie Durchschnittsgeschwindigkeit oder Entfernung dient. Eine einseitig drehbare Lünette lässt sich dagegen nur in eine Richtung drehen.
Breguet-Zeiger und Breguet-Ziffern
Abraham-Louis Breguet war ein Schweizer Uhrmacher und gilt als einer der bedeutendsten Wegbereiter der Uhrmacherkunst. Im Jahr 1801 erfand er das Tourbillon. Nach ihm sind die „Breguet-Zeiger“ mit ihren charakteristischen mondförmigen Spitzen sowie die geneigten arabischen Serifenziffern, die sogenannten „Breguet-Ziffern“, benannt. Beide Gestaltungselemente erschienen erstmals im Jahr 1783.
C
Cabochon
Ein Schmuckstein mit gewölbter und polierter Oberfläche, der häufig zur Verzierung der Bandanstöße oder der Krone einer Uhr verwendet wird.
Kaliber
Das Uhrwerk erhält üblicherweise eine eigene Bezeichnung, anhand derer es vor dem Einbau in das Gehäuse unterschieden werden kann. Je nach Hersteller kann es sich dabei um eine Bezeichnung oder eine Nummer handeln.
Gehäuse
Der Hauptkörper einer Armbanduhr, in dem sich das Uhrwerk befindet und der es vor Staub, Feuchtigkeit und Stößen schützt. Das Gehäuse kann aus Edelmetallen wie Gold oder Platin gefertigt sein und prägt maßgeblich das Erscheinungsbild der Uhr.
Keramik
Keramik ist ein Hightech-Material, das aufgrund seiner hohen Kratzfestigkeit für Uhrengehäuse und dekorative Bauteile verwendet wird. Es besitzt häufig eine besonders stark polierte Oberfläche.
Zifferring
Ein kreisförmiger Ring oder eine Skala auf dem Zifferblatt, auf der Stunden- und Minutenmarkierungen oder weitere Skalen für verschiedene Berechnungen dargestellt werden.
Chronograph
Eine Uhr mit Start-Stopp-Funktion, mit der Zeitintervalle gemessen werden können, üblicherweise bis zu einer Stunde. Auf dem Zifferblatt befinden sich häufig kleine Hilfszifferblätter sowie ein zentraler Sekundenzeiger.
Chronometer
Eine Uhr, die die Standards der offiziellen Schweizer Prüfstelle COSC erfüllt. Sie wird unter verschiedenen Temperatur- und Umgebungsbedingungen auf ihre Ganggenauigkeit geprüft und erhält anschließend ein entsprechendes Zertifikat.
Komplikation
Eine zusätzliche Funktion einer Uhr, die über die reine Zeitanzeige hinausgeht. Dazu zählen beispielsweise Kalender, Mondphase, Wecker, Schlagwerk, zweite Zeitzone und Chronograph.
COSC
Die offizielle Schweizer Chronometerprüfstelle COSC verleiht die Bezeichnung „Chronometer“ an Uhrwerke, die einen 15-tägigen Test hinsichtlich Präzision und gleichbleibender Ganggenauigkeit in verschiedenen Positionen und bei unterschiedlichen Temperaturen erfolgreich bestehen.
Krone
Ein Bedienelement an der Außenseite des Uhrengehäuses, das zum Aufziehen der Zugfeder sowie zum Einstellen der Uhrzeit, des Datums und weiterer Funktionen dient.
D
Dauphine-Zeiger
Eine beliebte Zeigerform. Dauphine-Zeiger sind breit, spitz zulaufend und besitzen häufig eine markante Kante in ihrer Mitte.
Zifferblatt
Das Zifferblatt zeigt die verschiedenen Funktionen einer Uhr an – von der Gangreserveanzeige bis zu den Hilfszifferblättern eines Chronographen. Es kann aus besonderen Materialien wie Perlmutt gefertigt oder mit Techniken wie Guillochierung oder Clous de Paris verziert werden.
Taucheruhr
Eine Uhr, die für besonders anspruchsvolle Bedingungen entwickelt wurde. Taucheruhren verfügen üblicherweise über eine hohe Wasserdichtigkeit, teilweise von mehr als 1.000 Metern, sowie über robuste Armbänder, verschraubte Kronen und eine einseitig drehbare Lünette für zusätzliche Sicherheit. Siehe auch „Wasserdichtigkeit“.
DLC
DLC steht für „Diamond-Like Carbon“. Dabei handelt es sich um ein kohlenstoffbasiertes Material mit einigen Eigenschaften von natürlichem Diamant. Auf Uhren aufgebracht erzeugt DLC eine grau-schwarze Oberflächenschicht mit außergewöhnlich hoher Kratz- und Korrosionsbeständigkeit.
Zweite Zeitzone (GMT)
Eine Uhr, die mithilfe eines Hilfszifferblatts oder eines zusätzlichen Zeigers mehrere Zeitzonen gleichzeitig anzeigen kann.
E
Emaille
Eine halbtransparente Substanz, die durch die Zugabe von Metalloxiden unterschiedliche Farben erhält. Beim Erhitzen entsteht eine glasartige Oberfläche. Emaille kann einfarbig auf ein Zifferblatt aufgetragen oder zur Gestaltung dekorativer Muster verwendet werden.
Hemmung
Ein zentrales Element eines mechanischen Uhrwerks, das die kontrollierte Freigabe der gespeicherten Energie und damit den Gang der Uhr reguliert. Die Hemmung ist außerdem für das charakteristische Ticken einer mechanischen Uhr verantwortlich.
F
Flankierung
Eine dekorative Technik mit konzentrisch gefrästen Oberflächen, die von Hand oder maschinell ausgeführt wird und gerade oder wellenförmige Linien erzeugt.
Flyback
Eine Chronographenfunktion, bei der die laufende Zeitmessung mit nur einem Tastendruck sofort auf null zurückgesetzt und unmittelbar neu gestartet werden kann.
G
Genfer Siegel
Das Genfer Siegel, auch als Poinçon de Genève bekannt, ist eine Qualitätsauszeichnung für hochwertige Uhrwerke, die im Kanton Genf gefertigt werden und festgelegte Qualitätskriterien erfüllen.
Große Komplikation
Eine mechanische Uhr, die mehrere anspruchsvolle Komplikationen gleichzeitig in einem Uhrwerk vereint.
Guilloché
Eine dekorative Technik für Uhrenzifferblätter, bei der feine, sich wiederholende Muster in die Oberfläche eingearbeitet werden. Sie wird häufig auf silbernen oder versilberten Zifferblättern eingesetzt, um einen besonderen räumlichen Effekt zu erzeugen.
H
Sekundenstopp
Eine Uhr mit Sekundenstopp ermöglicht eine besonders präzise Einstellung der Uhrzeit. Beim Herausziehen der Krone wird der Sekundenzeiger angehalten.
Zeiger
Eine Uhr besitzt üblicherweise drei Zeiger zur Anzeige von Stunden, Minuten und Sekunden. Zeiger können sich hinsichtlich Form, beispielsweise Dauphine- oder Breguet-Zeiger, und Material deutlich unterscheiden.
Heliumauslassventil
Diese Ventile werden bei professionellen Taucheruhren eingesetzt und ermöglichen das Entweichen von Gasen, die sich während längerer Aufenthalte in Druckkammern im Uhrengehäuse ansammeln können. Einige Ventile müssen manuell geöffnet werden, automatische Heliumventile funktionieren ohne Eingriff des Trägers.
Horologie
Die Kunst und Wissenschaft der Herstellung und Konstruktion von Uhren.
L
Bandanstöße
Die aus beiden Enden des Uhrengehäuses herausragenden Teile, zwischen denen das Armband oder Lederband befestigt wird. Sie bestehen normalerweise aus demselben Material wie das Gehäuse und können mit diesem aus einem Stück gefertigt sein.
Leuchtmasse
Ein Material mit der Eigenschaft, Licht abzugeben. Zeiger, Ziffern und Stundenindizes werden häufig mit Leuchtstoffen wie Super-LumiNova beschichtet, damit sie auch bei Dunkelheit gut ablesbar bleiben.
M
Zugfeder
Eine spiralförmige Metallfeder innerhalb einer mechanischen Uhr. Sie befindet sich im Federhaus und speichert beim Aufziehen die Energie, die anschließend an das Uhrwerk abgegeben wird.
Handaufzug
Eine Uhr, deren mechanisches Uhrwerk regelmäßig von Hand aufgezogen werden muss. Wie Automatikuhren verfügen auch Handaufzugsuhren über eine bestimmte Gangreserve.
Minutenrepetition
Eine anspruchsvolle Komplikation, die nach Betätigung eines Mechanismus die aktuelle Uhrzeit akustisch durch verschiedene Schlagfolgen für Stunden, Viertelstunden und Minuten wiedergibt.
Mondphasenanzeige
Eine Anzeige auf dem Zifferblatt, die den aktuellen Stand des Mondzyklus grafisch darstellt, beispielsweise Neumond, Vollmond sowie erstes oder letztes Viertel.
Perlmutt
Ein schimmerndes Material aus der Innenseite bestimmter Muschelschalen. Es ist normalerweise weiß, kann aber auch rosa, grau oder blau erscheinen. Auf einem Zifferblatt reflektiert Perlmutt Licht und Farben und sorgt für ein elegantes, individuelles Erscheinungsbild.
Uhrwerk
Der vollständige Mechanismus einer Uhr mit ihren wesentlichen mechanischen Bauteilen, darunter Zugfeder, Hemmung sowie Systeme zum Aufziehen und Einstellen der Uhrzeit.
P
Ewiger Kalender
Eine Uhr, die Wochentag, Monat und Datum sowie teilweise die Mondphase automatisch anzeigt und dabei unterschiedliche Monatslängen und Schaltjahre berücksichtigt, ohne dass regelmäßig manuell nachgestellt werden muss.
Gangreserve
Die Zeitspanne, während der eine vollständig aufgezogene mechanische Uhr weiterläuft. Einige Modelle verfügen auf dem Zifferblatt über eine eigene Gangreserveanzeige.
PVD
PVD steht für „Physical Vapour Deposition“ und bezeichnet ein Verfahren zur Oberflächenbeschichtung. Dabei werden unter Vakuumbedingungen sehr dünne Materialschichten auf Bauteile wie das Uhrengehäuse aufgebracht.
Q
Quarzwerk
Ein Uhrwerk, das durch die Schwingungen eines Quarzkristalls gesteuert und von einer kleinen Batterie mit Energie versorgt wird. Die Batterie muss normalerweise alle zwei bis drei Jahre ausgetauscht werden. Der Quarzkristall ermöglicht eine sehr hohe Ganggenauigkeit.
S
Saphirglas
Eine transparente Abdeckung zum Schutz von Zifferblatt und Zeigern. Saphirglas wird aus synthetischem Saphir hergestellt und zeichnet sich durch eine besonders hohe Kratzfestigkeit aus.
Verschraubte Krone
Eine häufig bei Taucheruhren verwendete Krone, die fest mit dem Gehäuse verschraubt werden kann und dadurch zum Schutz vor eindringendem Wasser beiträgt. Bei manchen Chronographen können auch die Drücker verschraubt sein.
Skelettiertes Uhrwerk
Eine Uhr mit aufwendig bearbeitetem Uhrwerk, bei der Brücken und andere Komponenten teilweise ausgeschnitten werden, damit die einzelnen beweglichen Teile sichtbar sind. Bei entsprechenden Modellen lässt sich die Bewegung des Uhrwerks durch Saphirglas auf der Vorder- oder Rückseite beobachten.
Hilfszifferblatt
Ein kleines Zifferblatt innerhalb des Hauptzifferblatts einer Uhr, das zusätzliche Funktionen anzeigt, beispielsweise Kalenderinformationen oder gemessene Zeitintervalle eines Chronographen.
T
Tachymeter
Eine Skala zur Messung von Geschwindigkeiten in Verbindung mit einem Chronographen, üblicherweise in Kilometern pro Stunde. Die Tachymeterskala befindet sich häufig auf der Lünette oder am Rand des Zifferblatts.
Telemeter
Eine Entfernungsskala, die zusammen mit einem Chronographen verwendet wird. Sie ermöglicht die Berechnung der Entfernung zu einem Ereignis anhand der Ausbreitungsgeschwindigkeit des Schalls.
Tonneau
Eine charakteristische, doppelt gewölbte Gehäuseform, deren Gestaltung an ein Fass erinnert. Das französische Wort „Tonneau“ bedeutet „Fass“.
Tourbillon
Ein mechanischer Reguliermechanismus, der 1801 von Abraham-Louis Breguet entwickelt wurde. Das Tourbillon wurde konstruiert, um lagebedingte Einflüsse auf die Ganggenauigkeit eines mechanischen Uhrwerks zu reduzieren. Es zählt bis heute zu den technisch anspruchsvollsten und prestigeträchtigsten Komplikationen der traditionellen Uhrmacherkunst.
V
Vibration
Die Bewegung der Unruh von einer äußersten Position zur anderen. Diese regelmäßigen Schwingungen bilden die Grundlage für den charakteristischen „Tick-Tack“-Rhythmus einer mechanischen Uhr.
W
Wasserdichtigkeit
Uhren mit einer Wasserdichtigkeit von 50 Metern sind gegen Spritzwasser geschützt. Modelle mit 100 Metern Wasserdichtigkeit können in der Regel zum Schwimmen und leichten Schnorcheln verwendet werden. 200 Meter eignen sich für anspruchsvollere Wassersportarten. Für das Tauchen werden Uhren mit entsprechend hoher und ausdrücklich dafür vorgesehener Wasserdichtigkeit empfohlen. Die Wasserdichtigkeit wird üblicherweise in Metern oder Atmosphären (ATM) angegeben. 1 ATM entspricht ungefähr 10 Metern Wasserdruck.